Mut in der Beschaffung

Live von der Smart Country Convention: Warum Beschaffung im Public Sector Mut braucht

Veröffentlicht im Oktober 2026

Digitalisierung ist längst mehr als nur ein Schlagwort – sie verändert unseren Alltag, unsere Arbeitswelt und auch die öffentliche Verwaltung grundlegend. In unserem Podcast trifft Martin Schmiedel, Vorstand der GFKD AG, auf Persönlichkeiten, die diesen Wandel aktiv gestalten. Es geht um Geschichten, um Erfahrungen und um die Frage, wie Digitalisierung dort funktioniert, wo Menschen im Mittelpunkt stehen.

Diese Folge ist eine besondere: Wir haben sie live auf der Smart Country Convention 2026 in Berlin aufgezeichnet – mitten im Messetrubel, an Tag zwei des wichtigsten Treffpunkts für die Digitalisierung des öffentlichen Sektors. In Folge 17 sprach Martin Schmiedel mit Alessa Gangl (Government Relations, Bechtle) und Stefan Pauly (Portfoliomanagement, ProVitako) darüber, wie Digitalisierung den Public Sector bereits verändert hat, vor welchen Herausforderungen Kommunen und öffentliche Auftraggeber heute stehen und welche Rolle Menschen dabei spielen.

Im Zentrum stand ein Thema, das selten als spannend gilt und doch über den Erfolg vieler Digitalisierungsvorhaben entscheidet: die öffentliche Beschaffung. Und ein Wort, das sich durch das gesamte Gespräch zog: Mut.

Worum es in der Folge geht

  • Wie sich Digitalisierung im Public Sector in den letzten Jahren verändert hat
  • Führung, Konsens und Kommunikation als Erfolgsfaktoren
  • Vergaberecht und Innovation: Lösungen statt Produkte ausschreiben
  • Nachhaltigkeit, Zirkularität und Lebenszyklus in der Beschaffung
  • Der Dialog zwischen Kommunen, Beschaffern und IT-Dienstleistern

Die wichtigsten Erkenntnisse 

1. Digitalisierung ist eine strategische Daueraufgabe
Früher wurde Digitalisierung oft mit Hardware und Software gleichgesetzt: Produkt geliefert, Projekt erledigt. Heute geht es um einen langfristigen, gemeinschaftlichen Prozess. Die Landschaft ist komplexer geworden, die Auswahl größer und der Anspruch an ganzheitliches Denken höher.

2. Mut ist der erste Schritt
Wer Veränderung anstößt, braucht den Mut, gewohnte Rahmen zu verlassen und auch Fehler zuzulassen. Ausdauer und Geduld gehören dazu, doch ohne Mut beginnt kein Projekt. Das gilt auch für die Beschaffung: Wer erst startet, wenn jede Anforderung bis ins Detail geklärt ist, kommt oft zu spät.

3. Führung heißt moderieren und mitnehmen
Digitalisierung läuft in vielen Kommunen noch als Nebenaufgabe – bei ohnehin dünner Personaldecke. Erfolgreiche Organisationen geben ihr einen höheren Stellenwert. Führungskräfte gehen mit gutem Beispiel voran, zeigen den konkreten Nutzen auf und suchen lieber den gemeinsamen Nenner, als ein überkomplexes Großprogramm zu bauen.

Es hat noch nie geschadet, der First Mover zu sein und auch eine gewisse Fehlerkultur zuzulassen.

Alessa Gangl
Government Relations, Bechtle

4. Ausgeschrieben werden Lösungen, nicht Produkte
Das Vergaberecht setzt einen engen Rahmen, und noch immer ist der Preis oft das entscheidende Kriterium. Qualitätskriterien, Konzepte und Services gewinnen jedoch an Gewicht. Auf europäischer Ebene soll der geplante Public Procurement Act diese Entwicklung stärken.

5. Nachhaltigkeit wird zum Standard
Kreislauffähigkeit, Refurbishment und der CO₂-Fußabdruck spielen bei Beschaffungsvorhaben inzwischen regelmäßig eine Rolle. Für Kommunen ist das nicht nur eine Frage der Verantwortung, sondern auch ein wirtschaftlicher Hebel.

In einer Welt, die voller Volatilitäten ist, ist Mut der einzige Weg, der uns bleibt.

Stefan Pauly
Portfoliomanagement, ProVitako

Einblicke in das Gespräch 

Rund 23.000 registrierte Besucherinnen und Besucher, eine wachsende Start-up-Szene und spürbare Aufbruchstimmung: Die Smart Country Convention bot die passende Bühne für ein Gespräch, dessen Leitmotiv schnell feststand – Mut.

Alessa Gangl beobachtet seit neun Jahren, wie sich der Fokus von der Technik zur Strategie verschiebt. Auch Bechtle hat sich vom Gerätelieferanten zum Digitalisierungspartner entwickelt. Stefan Pauly zeigte, wie ProVitako die Bedarfe von mehr als 50 kommunalen IT-Dienstleistern bündelt und lieber iterativ und im Konsens vorgeht als mit überkomplexen Großprogrammen.

Zum Schluss stand der gemeinsame Wunsch nach mehr Dialog, mehr Standardisierung und früher Markterkundung. Und auf die Frage „ChatGPT oder Kaffeeküche?“ gab es eine pragmatische Antwort: einfach beides verbinden.

Wer erfahren möchte, wie Beschaffung zum Motor der Digitalisierung werden kann, sollte in diese Live-Folge reinhören.


Hinweis: Für die Erstellung dieses Beitrags wurden KI Tools eingesetzt.

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Zum Podcast

Folge #17: Menschen als Erfolgsfaktor für digitale Transformation 

Martin Schmiedel im Gespräch mit Alessa Gangl (Bechtle) und Stefan Pauly (ProVitako)