Öffentliche Beschaffung 2026
Strategisch, digital & resilient
Veröffentlicht im September 2026
Impulse für Vergabe und Einkauf der Zukunft: Fünf Fragen zur Beschaffungskonferenz 2026
Die öffentliche Beschaffung steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Geopolitische Unsicherheiten, fragile Lieferketten, steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und die zunehmende Digitalisierung von Vergabe- und Einkaufsprozessen verändern die Rahmenbedingungen für öffentliche Auftraggeber grundlegend. Gleichzeitig wächst der Anspruch, Beschaffung strategischer zu denken und als Instrument für Innovation, Versorgungssicherheit und Staatsmodernisierung zu nutzen.
Im Vorfeld der 27. Beschaffungskonferenz 2026, die am 14. und 15. September in Berlin stattfindet, sprechen wir darüber, welche Herausforderungen öffentliche Beschaffungsstellen aktuell prägen, welche Entwicklungen Vergabeverantwortliche im Blick behalten sollten und welche Impulse die Veranstaltung für Bund, Länder, Kommunen und öffentliche Einrichtungen bereithält.
Geopolitische Spannungen, Lieferengpässe und wachsende Sicherheitsanforderungen erhöhen den Druck auf die öffentliche Beschaffung
Wie können Vergabestellen ihre Versorgungssicherheit stärken und zugleich wirtschaftlich handeln?
Versorgungssicherheit beginnt mit einem realistischen Blick auf kritische Bedarfe, Lieferketten und einseitige Abhängigkeiten. Gerade Kommunen können nicht für jede Risikolage eigene Strukturen aufbauen; umso wichtiger sind Bedarfsbündelung, interkommunale Kooperation, Rahmenvereinbarungen und ein frühzeitiger Marktdialog. Wirtschaftlichkeit darf dabei nicht allein am niedrigsten Preis gemessen werden, sondern muss auch Ausfallrisiken, Folgekosten und die tatsächliche Lieferfähigkeit berücksichtigen. In vielen Verfahren bestehen bereits Spielräume, die in der Praxis noch konsequenter genutzt werden können. Welche Instrumente sich für unterschiedliche Bedarfe bewähren, soll auf der Beschaffungskonferenz gemeinsam mit Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft vertieft werden.
Nachhaltigkeit hat die öffentliche Beschaffung in den vergangenen Jahren stark geprägt
Angesichts neuer sicherheitspolitischer Prioritäten, wachsender Anforderungen an die Versorgungssicherheit und knapper öffentlicher Haushalte stellt sich jedoch die Frage: Welchen Stellenwert können ökologische und soziale Kriterien künftig in Vergabeverfahren einnehmen?
Nachhaltigkeit bleibt ein wichtiges Ziel der öffentlichen Beschaffung, steht derzeit aber erkennbar in einem veränderten politischen und finanziellen Umfeld. Sicherheit, Lieferfähigkeit und Haushaltskonsolidierung werden vielfach stärker gewichtet – gerade in Kommunen, die mit besonders engen finanziellen und personellen Spielräumen arbeiten. Deshalb wäre es wenig hilfreich, Nachhaltigkeitsanforderungen losgelöst von Wirtschaftlichkeit, Marktverfügbarkeit und dem konkreten Beschaffungsbedarf zu betrachten. Gleichzeitig darf das Thema nicht aus dem Blick geraten, zumal sich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit etwa bei Lebenszykluskosten häufig sinnvoll miteinander verbinden lassen. Entscheidend wird sein, ökologische und soziale Ziele realistisch zu priorisieren und so auszugestalten, dass sie auch unter veränderten Rahmenbedingungen praktisch umsetzbar bleiben. Genau dieses neue Verhältnis zwischen Anspruch, Sicherheit und finanzieller Realität sollte auf der Beschaffungskonferenz offen diskutiert werden.
Die Digitalisierung verändert die öffentliche Beschaffung grundlegend
Welche Potenziale liegen in datenbasierten Einkaufs- und Vergabeprozessen, und wo bestehen aktuell noch die größten Hürden?
Das größte Potenzial liegt nicht allein in elektronischen Formularen, sondern in der Nutzung von Daten für Bedarfsplanung, Marktbeobachtung und strategische Steuerung. Gute Daten können zeigen, wo sich Bedarfe bündeln lassen, welche Verfahren besonders lange dauern und wo Liefer- oder Preisrisiken entstehen. Gerade kleinere und mittlere Kommunen könnten von gemeinsam genutzten Plattformen, Standards und Kompetenzzentren stark profitieren. Derzeit bremsen jedoch Medienbrüche, uneinheitliche Datenstrukturen, fehlende Schnittstellen und begrenzte personelle Kapazitäten. Digitalisierung wird deshalb nur dann zum Fortschritt, wenn Prozesse zunächst vereinfacht und anschließend digital abgebildet werden. Welche Rolle dabei künftig auch künstliche Intelligenz sinnvoll und rechtssicher übernehmen kann, sollte offen und sehr praxisnah diskutiert werden.
Digitale Souveränität gewinnt auch im Vergabewesen zunehmend an Bedeutung
Welche Handlungsspielräume haben öffentliche Auftraggeber bereits heute, und welche Entwicklungen sind für die kommenden Jahre zu erwarten?
Digitale Souveränität sollte nicht mit technischer Abschottung oder vollständiger Eigenentwicklung verwechselt werden. Öffentliche Auftraggeber können bereits heute durch offene Standards, Datenportabilität, modulare Architekturen, belastbare Exit-Regelungen und die Vermeidung unnötiger Anbieterabhängigkeiten vorsorgen. Für Kommunen sind dabei gemeinsame Lösungen besonders wichtig, weil eigene Prüf-, Entwicklungs- und Betriebsressourcen häufig begrenzt sind. Gleichzeitig darf der Souveränitätsgedanke nicht dazu führen, leistungsfähige internationale Anbieter pauschal auszuschließen oder funktionierende Lösungen teuer nachzubauen. In den kommenden Jahren wird entscheidend sein, Sicherheit, Innovationsfähigkeit, Wettbewerb und europäische Handlungsfähigkeit ausgewogen zusammenzuführen. Die Beschaffung wird damit zu einem wichtigen Hebel für einen handlungsfähigen Staat.
Die Beschaffungskonferenz 2026 bringt Beschaffungs- und Vergabeverantwortliche, Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Verwaltung und Politik sowie Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen
Warum lohnt sich die Teilnahme insbesondere für Organisationen, die ihre Beschaffung strategisch und zukunftsfähig aufstellen möchten?
Die 27. Beschaffungskonferenz bietet die Möglichkeit, Beschaffung nicht nur als Verfahrensfrage, sondern als strategische Managementaufgabe zu betrachten. Gerade kommunale Organisationen profitieren vom Austausch mit Bund, Ländern, anderen Kommunen und öffentlichen Unternehmen, weil viele Lösungsansätze übertragbar sind, zugleich aber an die örtliche Praxis angepasst werden müssen. Die Konferenz bringt rechtliche, wirtschaftliche, digitale und organisatorische Perspektiven zusammen und schafft Raum für ehrliche Erfahrungsberichte – auch darüber, was noch nicht funktioniert. Wer Beschaffung zukunftsfähig aufstellen möchte, braucht Orientierung, belastbare Kontakte und den Vergleich mit anderen Ansätzen. Der besondere Wert liegt deshalb weniger in vermeintlichen Patentlösungen als in den Fragen, Partnerschaften und konkreten Impulsen, die anschließend in der eigenen Organisation weiterverfolgt werden können.
Werden Sie Teil der Beschaffungskonferenz 2026 und diskutieren Sie mit führenden Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über die Zukunft von Vergabe, Beschaffung und Staatsmodernisierung.
Hinweis: Für die Erstellung dieses Beitrags wurden KI-Tools eingesetzt.
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