Digitale Bürgerbeteiligung
im Wandel

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Einsichten aus der Corona-Krise

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Der Wandel der digitalen Bürgerbeteiligung in der Ära von COVID-19

Die COVID-19-Pandemie hat die Welt in vielerlei Hinsicht verändert und gezwungen, neue Wege zu gehen. Ein Bereich, der sich dramatisch gewandelt hat, ist die Bürgerbeteiligung. In diesem Artikel schauen wir, wie die digitale Bürgerbeteiligung in Deutschland während der Pandemie an Bedeutung gewonnen hat und welche Herausforderungen und Chancen sich daraus ergeben.

Die Anfänge: Bürgerbeteiligung in der Pandemie

Mit dem Beginn der COVID-19-Pandemie in Deutschland wurde schnell klar, dass traditionelle Formen der Bürgerbeteiligung, die auf persönlichem Kontakt und Präsenzveranstaltungen basieren, nicht mehr umsetzbar waren. Die von der Politik verordnete Social-Distancing-Maßnahme führte zu einer abrupten Unterbrechung vieler laufender Beteiligungsverfahren. Dies hatte weitreichende Konsequenzen für die Bürgerbeteiligung im Land.

Digitale Beteiligung als theoretische Lösung

Digitale Beteiligungsformate boten theoretisch die Möglichkeit, diese Lücke zu füllen, indem sie eine räumliche und teilweise auch zeitliche Entkopplung der Beteiligung ermöglichten. Trotzdem zeigte sich, dass digitale Möglichkeiten anfangs kaum genutzt wurden, was auf fehlende digitale Kapazitäten und eine Präferenz für den persönlichen Diskurs zurückzuführen war.

Erweiterte Erkenntnisse aus der Studie zur digitalen Bürgerbeteiligung

Die Studie "Alles digital – oder doch nicht?" des Berlin Instituts für Partizipation liefert wertvolle Erkenntnisse über die Entwicklung der digitalen Bürgerbeteiligung in Deutschland während der Corona-Pandemie. Die ausführliche Betrachtung der Ergebnisse ermöglicht es, ein umfassenderes Bild der Situation zu zeichnen.

1. Auswirkungen der Pandemie auf Beteiligungsverfahren

  • Unterbrechung und Verschiebung: Viele geplante Bürgerbeteiligungsverfahren wurden aufgrund der Pandemie unterbrochen oder verschoben. Dies führte zu einer signifikanten Beteiligungslücke.
  • Existentielle Bedrohungen für Beteiligungsanbieter: Ein erheblicher Teil der Anbieter von Beteiligungsdienstleistungen sah sich durch die Pandemie existenziell bedroht.

2. Digitale Beteiligungsformate: Nutzung und Herausforderungen

  • Zunahme der Nutzung digitaler Formate: Im Laufe der Zeit gab es eine deutliche Zunahme bei der Nutzung digitaler Beteiligungstools.
  • Anfängliche Zurückhaltung: Trotz der theoretischen Eignung digitaler Formate, wurde ihre Nutzung anfangs durch fehlende Kapazitäten und eine Präferenz für persönlichen Austausch eingeschränkt.

3. Veränderungen in der Wahrnehmung digitaler Beteiligung

  • Steigende Akzeptanz: Es gab eine allmähliche Verschiebung in der Wahrnehmung digitaler Veranstaltungen als gleichwertige Alternative zu analogen Formaten. Diese Entwicklung deutet auf einen potenziellen Trend hin.

4. Technische Ausstattung und Kompetenzen

  • Verbesserung der technischen Ausstattung: Sowohl bei Bürger*innen als auch bei Akteuren aus Politik/Verwaltung hat sich die technische Ausstattung verbessert.
  • Zunahme digitaler Kompetenzen: Es wurde ein deutlicher Zuwachs an digitalen Kompetenzen bei den Nutzer*innen digitaler Anwendungen festgestellt.

5. Langfristige Trends und Prognosen

  • Möglicher analoger Rollback: Es bleibt unsicher, inwieweit ein Rückgang der digitalen Beteiligung nach der Pandemie stattfinden wird. Experten vermuten, dass die Akzeptanz von rein digitalen Formaten abnehmen könnte, sobald Präsenzveranstaltungen wieder uneingeschränkt möglich sind.
  • Qualitative Aspekte: Die Qualität der Bürgerbeteiligung, insbesondere bei komplexen Projekten, darf nicht zugunsten des Prozessfortschritts geopfert werden. Kritische Reflexion ist erforderlich, um zu gewährleisten, dass digitale Formate die Beteiligungsqualität nicht mindern.

Diese Erkenntnisse verdeutlichen die Komplexität und Dynamik der digitalen Bürgerbeteiligung während der Corona-Pandemie. Sie zeigen sowohl die Herausforderungen als auch die Chancen auf, die sich für die Zukunft der Bürgerbeteiligung in Deutschland ergeben.

Herausforderungen und Chancen digitaler Bürgerbeteiligung

Die Umstellung auf digitale Formate in der Bürgerbeteiligung während der COVID-19-Pandemie hat eine Reihe von Herausforderungen und Chancen mit sich gebracht, die es zu erkennen und zu nutzen gilt.

Herausforderungen der digitalen Bürgerbeteiligung

1. Qualitätsverlust bei der Beteiligung: Digitale Formate können in einigen Fällen die Qualität und Tiefe der Diskussionen beeinträchtigen, besonders bei komplexen Themen und Großprojekten. Die Interaktion und das Engagement können in digitalen Formaten anders sein als in persönlichen Treffen, was die Effektivität der Bürgerbeteiligung beeinflussen kann.
2. Technische Barrieren: Nicht alle Bürgerinnen verfügen über die notwendige technische Ausrüstung oder das Know-how, um an digitalen Beteiligungsformaten teilzunehmen. Dies kann zu einer digitalen Kluft führen und bestimmte Bevölkerungsgruppen von der Teilnahme ausschließen.
3. Datenschutz und Sicherheit: Mit der Zunahme digitaler Formate steigt auch das Bedürfnis nach sicheren und datenschutzkonformen Lösungen. Die Gewährleistung von Datenschutz und Sicherheit ist essentiell, um das Vertrauen der Bürger
innen in digitale Beteiligungsprozesse zu stärken.
4. Kosten und Ressourcen: Die Entwicklung und Implementierung digitaler Beteiligungsformate erfordert Investitionen in Technologie, Personal und Schulungen. Diese Ressourcen stehen nicht immer in ausreichendem Maße zur Verfügung, insbesondere in kleineren Gemeinden oder bei begrenzten Budgets.

Chancen der digitalen Bürgerbeteiligung

1. Erhöhte Reichweite und Zugänglichkeit: Digitale Formate können mehr Menschen erreichen, insbesondere diejenigen, die physisch nicht anwesend sein können. Dies fördert eine inklusivere und umfassendere Bürgerbeteiligung.
2. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Digitale Formate bieten Flexibilität in Bezug auf Zeit und Ort und ermöglichen schnelle Anpassungen an sich ändernde Umstände, wie sie während der Pandemie erforderlich waren.
3. Innovation und Kreativität: Die Notwendigkeit, digitale Formate zu nutzen, hat zu innovativen Lösungen und kreativen Ansätzen in der Bürgerbeteiligung geführt. Dies kann zu effizienteren und ansprechenderen Beteiligungsprozessen führen.
4. Langfristige Integration digitaler und analoger Formate: Die Erfahrungen aus der Pandemie können genutzt werden, um eine ausgewogene Kombination aus digitalen und analogen Beteiligungsformaten zu entwickeln, die die Stärken beider Ansätze nutzt.

Insgesamt zeigt sich, dass die digitale Bürgerbeteiligung sowohl Herausforderungen als auch Chancen bietet. Es ist wichtig, diese sorgfältig zu managen, um eine effektive, inklusive und demokratische Bürgerbeteiligung zu fördern.

Fazit: Die Zukunft der Bürgerbeteiligung

Die Pandemie hat die digitale Bürgerbeteiligung in Deutschland vorangetrieben und gezeigt, dass digitale Formate eine wichtige Ergänzung zu traditionellen Methoden darstellen. Die Herausforderungen sind jedoch nicht zu unterschätzen, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Bürgerbeteiligung in einer post-pandemischen Welt entwickeln wird. Eines ist jedoch klar: Digitale Bürgerbeteiligung wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

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